Schweizer Geographie-Olympioniken holen Bronze am Bosporus
Vom 11. bis 17. August führte die Internationale Geographie-Olympiade 184 Jugendliche aus 50 Ländern nach Istanbul. Wer bei diesem Wettbewerb gut abschneiden will, muss nicht etwa Hauptstädte auswendig lernen. Stattdessen handelten die Prüfungsfragen vom Klimawandel, den Auswirkungen von KI-Rechenzentren oder auch von der Odyssee. Zwei Schweizer und ein Liechtensteiner wurden für ihre Antworten je mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Damit machten sie sich aber nicht direkt auf den Heimweg, sondern nahmen im Anschluss an die Olympiade an einer dreitägigen Exkursion nach Kappadokien teil.
Team Schweiz, von links nach rechts: Johann Hermann (Teamleiter), Elias Bont, Elia Fleischli, Gavriel Harvey, Janic Zünd, Juliane Krenz (Teamleiterin). (Quelle: Johann Hermann)
Team Liechtenstein, von links nach rechts: Stefan Schmidle (Teamleiter), Elias Hohenegger, Serafin Risch, Martin Zerlauth (Teamleiter). (Quelle: Stefan Schmidli)
Die Schweizer und Liechtensteiner Delegationen besuchen die blaue Moschee in Istanbul. (Quelle: Stefan Schmidli)
Die Schweizer Delegation:
Elias Bont, Kantonsschule am Burggraben (SG)
Elia Fleischli, Kantonsschule Seetal (LU)
Gavriel Harvey, Kantonsschule Uetikon am See (ZH)
Janic Zünd, Kantonsschule am Burggraben (SG)
Die Liechtensteiner Delegation:
Elias Hohenegger, Liechtensteinisches Gymnasium
Serafin Risch, Liechtensteinisches Gymnasium
Bronze ging an Elia Fleischli, Gavriel Harvey und Serafin Risch.
Raclette mit neuen Freunden
Im vergangenen November qualifizierten sich die besten Talente aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein für die Teilnahme an der Internationalen Geographie-Olympiade qualifiziert, die dieses Jahr in der Türkei stattfand. In der Zwischenzeit nahmen zwei von ihnen erfolgreich an der kleineren Europäischen Geographie-Olympiade teil. Die Reise in die Türkei war für sie aber weit mehr als nur ein weiterer Wettbewerb.” “Sehr viele sehr intelligente Leute als viele Ländern waren dabei -, diese Gemeinschaft war das Schönste”, findet Elias Bont. Die Jugendlichen erkundeten die spektakulären Sehenswürdigkeiten der Stadt Istanbul und zeigten einander während der “Cultural Night” Spezialitäten aus ihren jeweiligen Ländern. Die Schweizer liessen die anderen Teilnehmenden beispielsweise Raclette degustieren.
Klimawandel, Korallenriffe, KI, Kinofilme
Wer am Ende aufs Siegertreppchen steigen durfte, entschied sich durch eine schriftliche Prüfung, eine Feldarbeit und ein Multimedia-Test. “Hier bei der Olympiade sieht man die ganze Bandbreite der Themen in der Geographie, und es hat mehr zu tun mit analytischem Denken als Auswendiglernen”, erklärt Gavriel Harvey. Die Themen reichten vom Klimawandel in der Arktis bis hin zur Frage, wie die Zyklopeninseln aus Homers Odyssee entstanden sind. Für die Feldarbeit analysierten die Jugendlichen vom Goldenen Horn aus die Strömungsverhältnisse des Bosporus, und beschäftigten sich mit Gentrifizierung und Erdbebenvorsorge. Das war nicht nur inhaltlich eine Herausforderung - auch im gehen eine leserliche Handschrift zu bewahren, war laut Janic Zünd nicht ganz leicht: “Mir tun die Leute leid, die die Feldarbeit korrigieren mussten!” Die Themenvielfalt in der Geographie begeistert die Olympioniken: “ Die Vernetzung aller Bereiche schafft ein breites Verständnis für Vorgänge auf der ganzen Welt und sorgt für mehr Achtsamkeit im Alltag”, so Elias Hohenegger.
Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.