Schweizer Spitzenleistung an Geographie-Olympiade in Thailand
Vom 26. Juli bis zum 1. August trafen sich in Bangkok Jugendliche aus 47 Ländern. An der 21. Internationalen Geographie-Olympiade (iGeo) schlossen sie grenzübergreifende Freundschaften, erkundeten Thailand und widmeten sich ihrem gemeinsamen Lieblingsfach. Die Schweizer Delegation wird diese Woche mit zwei Medaillen und zahlreichen Erinnerungen im Gepäck nach Hause kommen.
In den Strassen von Bangkok. Hinten, v.l.n.r.: Julian Schatt und Elia Hardegger. Vorne, v.l.n.r.: Alex Schmid, Sorin Schmassmann und Florian Bürzle.
Die Schweizer Delegation mit ihren Medaillen. Von links nach rechts: Julian Schatt, Alex Schmid, Sorin Schmassmann und Elia Hardegger.
Florian Bürzle war der erste Liechtensteiner an der Internationalen Geographie-Olympiade.
Julian Schatt bei der Feldarbeit.
Die Schweizer Teilnehmenden mit den Delegationsleiterinnen Flurina Jenal (hinten links) und Joelle Thoma (vorne rechts).
Eine Silbermedaille ging an Elia Hardegger (Gymnasium Neufeld, BE). Alex Schmid (Gymnasium Bäumlihof, BS) holte eine Bronzemedaille. Ausserdem gehörten Sorin Schmassmann (Gymnasium Kirchenfeld, BE) und Julian Schatt (Kantonsschule Seetal, LU) zur Delegation. Es ist die bisher beste Schweizer Leistung an einer iGeo, die vor Ort stattfindet. Silber gab es bisher erst einmal bei einer virtuellen Durchführung zu Pandemiezeiten.
Das Fürstentum Liechtenstein war zum ersten Mal überhaupt an der iGeo am Start, vertreten durch Florian Bürzle (Liechtensteinisches Gymnasium, FL).
Anwenden statt Auswendiglernen
Die iGeo 2025 begann mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie, der auch die Prinzessin des Landes bewohnte, und endet für die Schweizer Delegation mit einer Reise durch Thailand, von der sie am Mittwoch zurückkehren werden. Dazwischen fanden drei Prüfungen statt: Ein schriftlicher Test, ein Multimedia-Test und eine Feldarbeit, bei der die Teilnehmenden ein Gebiet erkunden und sich anschliessend überlegen mussten, wie dieses für den Tourismus optimiert werden könnte. Neben dem Einzelwettbewerb gestaltete jede Delegation auch ein Poster zu einem geographischen Thema, das von einer Jury bewertet wurde. Um an der Geographie-Olympiade gut abzuschneiden, muss man nicht Berggipfel oder Hauptstädte auswendig lernen, sondern Vorwissen klug und kreativ anwenden. Für eine Aufgabe im Multimedia-Test mussten die Teilnehmenden beispielsweise ein Lied hören und raten, um welchen geologischen Prozess es darin gehen könnte.
Optimistisch für die Zukunft
Noch prägender als die Prüfungen war für die Teilnehmenden aber die mit den Mitstreiter*innen verbrachte Zeit. Ob auf dem Nachtmarkt von Bangkok, im Hotelpool oder bei einer gemeinsamen Gesangseinlage während der Schlusszeremonie: Die iGeo bot viele Gelegenheiten für kulturelle Erfahrungen und neue Kontakte. “Die iGeo ist für die Schülerinnen und Schüler eine tolle Gelegenheit, andere Kulturen kennenzulernen und sich weltweit zu vernetzen”, sagt Gregor Vogt vom Liechtensteinischen Gymnasium, der Florian Bürzle begleitet hat. “Mein Highlight war es, einen Haufen junge Menschen zu sehen, die sich einfach super verstehen, egal, wo sie herkommen. Das stimmt mich ein bisschen optimistisch für die Zukunft unserer Welt.”
Ein weiter Weg nach Thailand
Angefangen hat das Abenteuer für die fünf jungen Talente im Mai 2024 mit der ersten Runde der Schweizer Geographie-Olympiade. Zusammen mit über 2000 anderen Jugendlichen lösten sie einen Online-Test - und landeten in den Top 20. Dies berechtigte sie zur Teilnahme an einem Sommercamp im Schweizerischen Nationalpark in Zernez und am nationalen Finale im November 2024.
Elia, Alex, Sorin und Julian schafften es am nationalen Finale auf die vier ersten Plätze: Ihr Ticket an die internationale Runde! Vor der iGeo in Thailand haben sich drei von ihnen noch an der Europäischen Geographie-Olympiade in Litauen vorbereitet. Elia und Alex gewannen dort Anfang Juli bereits je eine Bronzemedaille.
Bilder
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Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.