04.08.2025

Medienmitteilung

Schweizer Spitzenleistung an Geographie-Olympiade in Thailand

Vom 26. Juli bis zum 1. August trafen sich in Bangkok Jugendliche aus 47 Ländern. An der 21. Internationalen Geographie-Olympiade (iGeo) schlossen sie grenzübergreifende Freundschaften, erkundeten Thailand und widmeten sich ihrem gemeinsamen Lieblingsfach. Die Schweizer Delegation wird diese Woche mit zwei Medaillen und zahlreichen Erinnerungen im Gepäck nach Hause kommen.
In den Strassen von Bangkok. Hinten, v.l.n.r.: Julian Schatt und Elia Hardegger. Vorne, v.l.n.r.: Alex Schmid, Sorin Schmassmann und Florian Bürzle.
Die Schweizer Delegation mit ihren Medaillen. Von links nach rechts: Julian Schatt, Alex Schmid, Sorin Schmassmann und Elia Hardegger.
Florian Bürzle war der erste Liechtensteiner an der Internationalen Geographie-Olympiade.
Julian Schatt bei der Feldarbeit.
Die Schweizer Teilnehmenden mit den Delegationsleiterinnen Flurina Jenal (hinten links) und Joelle Thoma (vorne rechts).

Eine Silbermedaille ging an Elia Hardegger (Gymnasium Neufeld, BE). Alex Schmid (Gymnasium Bäumlihof, BS) holte eine Bronzemedaille. Ausserdem gehörten Sorin Schmassmann (Gymnasium Kirchenfeld, BE) und Julian Schatt (Kantonsschule Seetal, LU) zur Delegation. Es ist die bisher beste Schweizer Leistung an einer iGeo, die vor Ort stattfindet. Silber gab es bisher erst einmal bei einer virtuellen Durchführung zu Pandemiezeiten.

Das Fürstentum Liechtenstein war zum ersten Mal überhaupt an der iGeo am Start, vertreten durch Florian Bürzle (Liechtensteinisches Gymnasium, FL).

Anwenden statt Auswendiglernen

Die iGeo 2025 begann mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie, der auch die Prinzessin des Landes bewohnte, und endet für die Schweizer Delegation mit einer Reise durch Thailand, von der sie am Mittwoch zurückkehren werden. Dazwischen fanden drei Prüfungen statt: Ein schriftlicher Test, ein Multimedia-Test und eine Feldarbeit, bei der die Teilnehmenden ein Gebiet erkunden und sich anschliessend überlegen mussten, wie dieses für den Tourismus optimiert werden könnte. Neben dem Einzelwettbewerb gestaltete jede Delegation auch ein Poster zu einem geographischen Thema, das von einer Jury bewertet wurde. Um an der Geographie-Olympiade gut abzuschneiden, muss man nicht Berggipfel oder Hauptstädte auswendig lernen, sondern Vorwissen klug und kreativ anwenden. Für eine Aufgabe im Multimedia-Test mussten die Teilnehmenden beispielsweise ein Lied hören und raten, um welchen geologischen Prozess es darin gehen könnte.

Optimistisch für die Zukunft

Noch prägender als die Prüfungen war für die Teilnehmenden aber die mit den Mitstreiter*innen verbrachte Zeit. Ob auf dem Nachtmarkt von Bangkok, im Hotelpool oder bei einer gemeinsamen Gesangseinlage während der Schlusszeremonie: Die iGeo bot viele Gelegenheiten für kulturelle Erfahrungen und neue Kontakte. “Die iGeo ist für die Schülerinnen und Schüler eine tolle Gelegenheit, andere Kulturen kennenzulernen und sich weltweit zu vernetzen”, sagt Gregor Vogt vom Liechtensteinischen Gymnasium, der Florian Bürzle begleitet hat. “Mein Highlight war es, einen Haufen junge Menschen zu sehen, die sich einfach super verstehen, egal, wo sie herkommen. Das stimmt mich ein bisschen optimistisch für die Zukunft unserer Welt.”

Ein weiter Weg nach Thailand

Angefangen hat das Abenteuer für die fünf jungen Talente im Mai 2024 mit der ersten Runde der Schweizer Geographie-Olympiade. Zusammen mit über 2000 anderen Jugendlichen lösten sie einen Online-Test - und landeten in den Top 20. Dies berechtigte sie zur Teilnahme an einem Sommercamp im Schweizerischen Nationalpark in Zernez und am nationalen Finale im November 2024.

Elia, Alex, Sorin und Julian schafften es am nationalen Finale auf die vier ersten Plätze: Ihr Ticket an die internationale Runde! Vor der iGeo in Thailand haben sich drei von ihnen noch an der Europäischen Geographie-Olympiade in Litauen vorbereitet. Elia und Alex gewannen dort Anfang Juli bereits je eine Bronzemedaille.

Bilder

Zur freien Verwendung mit Quellenangabe. Download am Ende des Beitrags via Button. Einzelporträts auf Anfrage.

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft.  Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.

Kontakt

Lara Gafner

Verantwortliche Marketing und Kommunikation

Wissenschafts-Olympiade
Universität Bern

Hochschulstrasse 6

3012 Bern

Further articles

Linguistik

Preise für Schweizer Sprachwissenschafts-Talente in Rumänien

Vom 26. Juli bis 2. August nahmen acht Schweizerinnen und Schweizer an der Internationalen Linguistik-Olympiade (IOL) in Bukarest teil und gewannen eine Bronzemedaille und zwei Ehrenmeldungen.

Mathematik

Doppelgold in China: Schweizer Mathematik-Talente übertreffen alle Erwartungen

Vom 9. bis 21. Juli versammelte die Internationale Mathematik-Olympiade über 600 junge Mathegenies in Shanghai. Zwei Genfer gewannen Gold, ein Urner und eine Urnerin Bronze, zwei weitere Jugendliche aus Genf und Freiburg erhielten Ehrenmeldungen. Was steckt hinter dem erstaunlichen Erfolg?

Wirtschaft

Schweizer Schüler gewinnen erstmals Gold bei der Internationalen Wirtschafts-Olympiade

Das fünfköpfige Schweizer Team bei der 9. Internationalen Wirtschafts-Olympiade (12.-20. Juli in Shenzhen, China) hat einen neuen Rekord gesetzt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs gewannen Schweizer Jugendliche Goldmedaillen – und zwar nicht nur eine, sondern gleich zwei.

Chemie

Vierfache Bronze für Schweizer an der Internationalen Chemie-Olympiade in Usbekistan

1987 nahmen erstmals vier Schweizer an der Internationalen Chemie-Olympiade teil - die erste Schweizer Teilnahme an einer Wissenschafts-Olympiade. Dieses Jahr (10.-19. Juli in Taschkent) bringen erstmals alle vier Delegationsmitglieder eine Medaille mit nach Hause.

Biologie

Biologie-Olympioniken gewinnen in Litauen Medaillen und neue Freunde

302 Teenager aus rund 80 Ländern trafen sich vom 12.-19.7. in Vilnius um an der Internationalen Biologie-Olympiade das Leben zu erforschen. Die Prüfungen erforderten Wissen, aber auch Fingerspitzengefühl: So mussten die Teilnehmenden zum Beispiel das Mundwerkzeug einer Fliege sezieren.

Physik

Schweizer Nachwuchsphysiker gewinnen Bronze in Kolumbien

Letzte Woche trafen Jugendliche aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein auf Physiktalente aus 95 Ländern. Die Internationale Physik-Olympiade, die vom 4.-12. Juli im kolumbianischen Bucaramanga stattfand, begeisterte die Teilnehmenden mit atemberaubenden Aussichten und neuen Freundschaften.

...
show more