29.11.2021

Medienmitteilung

Karten zeichnen, Städte planen, Medaillen gewinnen: Junge Talente an der Schweizer Geographie-Olympiade

Am Samstag, 27. November, fand an der Kantonsschule Solothurn das nationale Finale der Geographie-Olympiade statt. Die vierzehn Finalistinnen und Finalisten hatten sich in der Vorausscheidung gegen über 1’500 andere Teilnehmende durchgesetzt. Vier von ihnen beeindruckten die Jury besonders. Sie erhalten Goldmedaillen – und ein Ticket nach Paris:

14 junge Talente erkunden Solothurn. (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

Gold ging an (von links nach rechts): Anja Höchner, Leonhard Kick, Lorenzo Durante, Luis Hartmann. (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

Er hat das insgesamt beste Resultat erreicht: Leonhard Kick von der Kantonsschule am Burggraben. (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

Anja Höchner (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

Luis Hartmann (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

Lorenzo Durante (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

Silber ging an (von links nach rechts): Andrin Lütolf, Gilles Mercier, Leif Posthumus, Mike Gubler, Tim Raschun, Valentin Lanz. (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

Bronze ging an (von links nach rechts): Nicolas Brogle, Nicolas Gees, Leandro Bianchi und Sean Schmid. (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

Die schriftliche Prüfung am Vormittag (Bild: Flurina Jenal, Geographie-Olympiade)

Feldarbeit: Die Teilnehmenden erforschen die Fussgängerzone... (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

... oder überlegen sich neue Nutzungen für einen Park. (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

Nach den Prüfungen führte der Lehrer Alfons Ritler die Jugendlichen durch Solothurn. (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

Nach der Preisverleihung am Abend wartet ein leckeres Apéro an der Kantonsschule Solothurn. (Bild: Wissenschafts-Olympiade)

  • Anja Höchner, Kantonsschule Romanshorn (TG)
  • Leonhard Kick, Kantonsschule am Burggraben (SG)
  • Lorenzo Durante, Kantonsschule Romanshorn (TG)
  • Luis Hartmann, Alte Kantonsschule Aarau (AG)

 

Ein Tag, drei Prüfungen

Die Rangliste basiert auf drei Prüfungen, denen sich die Teilnehmenden stellen mussten: Eine schriftliche und eine Multimedia-Prüfung am Vormittag sowie eine Feldarbeit am Nachmittag. Diese stellen das geographische Wissen und Können der Jugendlichen auf die Probe – aber auch ihre Kreativität und Beobachtungsgabe. Die erste Aufgabe der Feldarbeit besteht darin, die Verteilung der Geschäfte in der Solothurner Fussgängerzone zu erheben. Die Jugendlichen schwärmen mit ihren Klemmbrettern aus und verschwinden in der Menge. In der zweiten Aufgabe geht es darum, ein Konzept für das sogenannte Chantier-Areal zu entwickeln, welches besonders für Personen über 65 attraktiv sein soll. «Es lief ganz gut, aber ich glaube nicht, dass ich Stadtplanerin werde», meint die Thurgauerin Anja Höchner lachend. 

 

Von der alpinen Wildnis ins urbane Gewimmel

Wie kommen Jugendliche darauf, sich auch ausserhalb des Unterrichts mit Geographie zu beschäftigen? Bei den meisten von ihnen waren es Lehrpersonen, die ihr Interesse am Fach weckten und sie für die Vorausscheidung motivierten. Wer dort gut abschnitt, konnte im vergangenen Juni ein von der Geoinformationsfirma ESRI unterstütztes Sommerlager in Zernez besuchen. Das Camp sei das beste an der Olympiade gewesen, meinen die Teilnehmenden und erinnern sich an die Natur im Schweizer Nationalpark,Grillabende und freie Stunden in der Sauna. «Es war auch manchmal stressig», erzählt der Aargauer Luis Hartmann über die lehrreiche Woche, «aber im Rückblick ist es einfach nur toll.» Am Finale geht es nach getaner Arbeit weiter mit einer Stadtführung. Alfons Ritler, Lehrer für Geographie und Geschichte an der Kantonsschule Solothurn, erklärt die Stadtentwicklung Solothurns von römischen Stadtmauern bis hin zur Gentrifizierung im 21. Jahrhundert.

 

Nächster Halt: Paris

Hinter den Kulissen arbeitet die Jury auf Hochtouren, denn die Preisverleihung findet noch am selben Abend statt. Medaillen, Atlanten und Glückwünsche werden verteilt. Luis hatte nach den Prüfungen ein gutes Gefühl und ist daher nicht allzu überrascht über seinen Sieg. Für Leonhard Kick aus Sankt Gallen, der von allen das beste Ergebnis erreichte, kommt der Erfolg eher unerwartet. Er macht nächstes Jahr seine Matura. Danach möchte er Südamerika bereisen und internationale Beziehungen studieren. Die Interessen der Jugendlichen sind vielseitig: Anja überlegt sich auch eine Teilnahme an der Biologie-Olympiade, Luis will seiner Leidenschaft für die Informatik folgen und Lorenzo Durante interessiert sich für Journalismus. Aber erstmal steht ihnen eine Reise nach Frankreich bevor. Mit ihrer Goldmedaille haben sie sich auch für die Internationale Geographie-Olympiade (iGEO) qualifiziert, welche im Juli 2022 in Paris stattfinden soll.

 

Rangliste

Rang*

Vorname

Nachname

Schule

Kanton

Gold 

Anja  

Höchner

Kantonsschule Romanshorn

TG

Gold 

Leonhard

Kick

Kantonsschule am Burggraben

SG

Gold

Lorenzo

Durante

Kantonsschule Romanshorn

TG

Gold

Luis

Hartmann

Alte Kantonsschule Aarau

AG

Silber

Andrin

Lütolf

Gymnasium Obwalden

OW

Silber

Gilles

Mercier

Kantonsschule Zug

ZG

Silber

Leif

Posthumus

Kantonsschule am Burggraben

SG

Silber

Mike

Gubler

Kantonsschule am Burggraben

SG

Silber

Tim

Raschun

Kantonsschule Heerbrugg

SG

Silber

Valentin

Lanz

Gymnasium Lerbermatt

BE

Bronze

Nicolas

Brogle

Gymnasium Muttenz

BL

Bronze

Nicolas

Gees

Alte Kantonsschule Aarau

AG

Bronze

Leandro

Bianchi

Gymnasium Muttenz

BL

Bronze

Sean

Schmid

Kantonsschule Heerbrugg

SG

* alphabetische Reihenfolge innerhalb der Medaillen-Kategorien

 

 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Neun Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für über 4'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren.

Links

 

Bilder

Zur freien Verwendung mit Quellenangabe. Download am Ende des Beitrags via Button.

 

Kontakt

Lara Gafner

Kommunikationsbeauftragte

Wissenschafts-Olympiade
Universität Bern

Hochschulstrasse 6

3012 Bern

+41 78 629 14 44

l.gafner@olympiad.ch

Further articles

Robotik

Verband

Mit dem Roboter-Freund aufs Siegerpodest

Am 25. Juni 2022 fand in Hausen AG das Schweizer Finale der World Robot Olympiad (WRO) statt. 45 Teams aus je zwei bis drei Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 19 Jahren liessen ihre Roboter rollen.

Philosophie

Verband

Schweizer Schüler an Internationaler Philosophie-Olympiade ausgezeichnet

Zum ersten Mal seit drei Jahren wurde der Wettbewerb für nachdenkliche Jugendliche nicht online abgehalten. Stattdessen trafen sich über 80 Teilnehmende aus über 40 Ländern in Lissabon.

Physik

Verband

Physik in Ljubljana: Schweizer Jugendliche zeigen ihr Können

Sie verbinden Physik mit Reisen: Fünf Schweizer Jugendliche fuhren im Zug nach Ljubljana an die Europäische Physik-Olympiade. Medaillen gewannen sie keine, dafür aber physikalische Herausforderungen fürs Hirn und neue Bekannte aus ganz Europa.

Informatik

Verband

Informatik-Olympiade: Mit Algorithmen zur Medaille

Am vergangenen Freitag wurden die Resultate der diesjährigen Schweizer Informatik-Olympiade bekanntgegeben. 14 motivierte Gymnasiastinnen und Gymnasiasten programmierten am nationalen Finale um die Wette. Die besten vier werden die Schweiz an der Internationalen Informatik-Olympiade vertreten.

Verband

Wirtschaft

Die Olympiade der Schweizer Nachwuchsökonomen

Am 06. Mai fand in Zürich das nationale Finale der Schweizer Wirtschafts-Olympiade statt. Zehn Jugendliche aus fünf Kantonen versuchten die Jury zu überzeugen. Vier von ihnen wurden mit Medaillen ausgezeichnet und werden die Schweiz Ende Juli an der Internationalen Wirtschafts-Olympiade vertreten.

Chemie

Verband

Nachwuchswissenschaftler forschen sich an der Chemie-Olympiade aufs Podest

Vom 18. bis 23. April liessen 18 Teenager an der ETH Zürich die Bunsenbrenner flackern. Die Champions der Schweizer Chemie-Olympiade hatten sich gegen ursprünglich über 400 Teilnehmende durchgesetzt. Während des einwöchigen nationalen Finals kämpften sie um die Podestplätze.